Eine Radtour mit Höhen und Tiefen

Liebe Sportfreunde,

die diesjährige Radtour sollte uns eigentlich an die Unstrut führen. Eine Erkundungstour dazu ist von einigen Sportlern auch schon unternommen worden. Da aber im „Lutherland“ im Lutherjahr keine Unterkünfte mehr zu kriegen waren, hat Hennes kurzerhand umdisponiert. Das sollte sich im Nachhinein als vorteilhaft erweisen.

Die Radtour 2017 startete wie immer an Christi Himmelfahrt, also am 25. Mai . Dazu trafen sich Hardy und Meinolf, um gemeinsam zu Rudi zu fahren. Bei Rudi stießen dann noch Wolli, Karl-Heinz und Jürgen dazu. Nach einem Startbier ging es dann weiter zu Hans nach Herzebrock. Diese Gruppe machte sich nach einem weiteren Startbier auf den Weg in Richtung Warendorf.

Hennes und ich fuhren in Oelde los, um Achim gegen 10.00 Uhr in Westkirchen zu treffen. Wir machten uns dann ebenfalls gemeinsam auf den Weg in Richtung Warendorf.

Um 8.00 Uhr kam schon die erste Nachricht von einem technischen Problem an Jürgen seinem Drahtesel über den Ticker. Es gäbe eine Acht im Hinterrad und die Bremse ist ausgeklinkt worden. Das war schon etwas bedenklich. Jürgen hatte ausdrücklich betont, daß er noch vor Fahrtantritt eine Probefahrt gemacht habe und daß diese keinerlei Auffälligkeiten zutage gefördert habe.

Nun gut. Wir trafen uns alle planmäßig vor dem Extrablatt in Warendorf. Dort gab es eine kleine Stärkung. Als wir uns dann wieder auf den Weg in Richtung Gimbte begeben wollten, wurde die mittägliche Lethargie  von einem lauten Knall jäh unterbrochen.

Mein erster Gedanke war, es müsse sich um einen Böller handeln, der uns in terroristischer Absicht zwischen die Speichen geschleudert worden ist. Oder war es vielleicht doch nur eine Fehlzündung ? Nein. Es war nichts dergleichen. Es war das Hinterrad von Jürgen seinem Drahtesel. Die Felge hatte dem Zangengriff der Bremsklötze über die Dauer von mindestens 10 Jahren nicht mehr standgehalten und hatte in diesem Moment quasi den kritischen Punkt überschritten. Das war’s .

Gott sei Dank gibt es da noch Thomas. Dieser hatte sich , von Meinolf angefunkt, löblicherweise sofort bereit erklärt, für ein Ersatzfahrrad zu sorgen. Sogar eine Kiste Bier gab es noch obendrauf. Danke. Danke. Danke. Wären wir irgendwo an der Unstrut unterwegs gewesen, wäre es wesentlich schwieriger geworden ein Ersatzrad aufzutreiben. Nun gut.

Jetzt konnte bei schönstem Frühlingswetter weiter geradelt werden. Von Warendorf führte uns der Weg über Müssingen zur Wallfahrtsstadt Telgte. Unterwegs haben wir natürlich ein zünftiges Picknick veranstaltet. So konnte jeder seine besonderen Spezialitäten an den Mann bringen und somit auch seine Packtaschen erleichtern.In Telgte  erlebten wir mehr oder weniger zufällig wie sich zahlreiche toll herausgeputzten Kutschen mit den unterschiedlichsten Pferdegespannen durch die Altstadt schlängelten. Zufällig deshalb, weil wir im Biergarten einer Gaststätte die eine oder andere Hopfenerfrischung einnahmen und dabei genau pünktlich um 15.00 Uhr direkt an der Strecke unsere Räder wieder besteigen wollten.

Kutschenwallfahrt Telgte

Von nun an fuhren wir quasi an der Ems entlang bis zum Ziel der heutigen Etappe, nämlich Gimbte. Doch der Einstieg in die Route in Richtung  Gimbte gestaltete sich anfangs etwas schwierig. Aber diese momentane Ratlosigkeit und die damit verbundene Fahrtunterbrechung ließ sich wie immer sinnvoll nutzen. So hatte Rudi die Gelegenheit, seiner Lebensfreude spontan Ausdruck zu verleihen. Und da Rudi sich hartnäckig der modernen Technik verschließt, habe ich mich als Vermittler in Sachen „Urlaubsgrüße via WhatsApp“ mit meinem Smartphone zur Verfügung gestellt. Auf diesem Wege kam ich an die direkte Verbindung zu Maria. Die diversen Rückmeldungen habe ich dann natürlich sofort zeitnah an Rudi weitergeleitet, wenn möglich ohne diese selbst gesehen zu haben. Es geht mich ja auch nichts an.

Manch anderer Radler nutzte die Zwangspause für eine kurze Erfrischung.

Am 2. Tag fuhren wir durch das Naturschutzgebiet Rieselfelder. Rieselfelder Münster

Hier kann man zahlreiche Wasservögel beobachten. Daher stammt auch der oft missverstandene Ausspruch über weibliche Ornithologen. Ich will an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen.

Von dort aus ging es weiter über Münster-Coerde nach Münster. Wir befuhren die schöne Promenade und kamen am Zwinger und am Cafe Alex vorbei (leider reservierte Sonnenterasse) bis zum Biergarten Kruse-Baimken, aber leider waren wir noch zu früh dran.

Biergarten Kruse Baimken

Doch schließlich fanden wir noch ein lauschiges Plätzchen direkt am Aasee. Nach einer ausgiebigen Stärkung ging es weiter am Aasee entlang über Roxel nach Havixbeck. Zuvor legten wir noch einen Zwischenstopp bei der Burg Hülshoff ein. Glücklicherweise wurde an diesem Tag kein Eintritt erhoben.

Burg Hülshoff

Wir waren wieder auf der Suche nach einem Picknickplatz. Wir fanden zunächst eine kleine, schattig-schnuckelige Laube. Rudi, Jürgen und ich befanden den mit Sitzgelegenheit ausgestatteten Rastplatz als geeignet und so packten wir unseren Proviant aus.

Dann tat Jürgen diesen verhängnisvollen Schritt aus der Laube heraus auf den Rasen. Dabei übersah er eine Kuhle und trat so unglücklich hinein, daß er sich das Fußgelenk verdrehte. Das Ergebnis war eine Schwellung. Gleich darauf wurde das Gelenk von einem hilfsbereiten Radfahrer mit einer Mullbinde verbunden. Zufällig hatten wir Alkohol in Form von Schnaps dabei, sodaß wir die Bandage damit benetzen konnten. Jetzt ging es Jürgen schon deutlich besser und so setzten wir die Fahrt in Richtung Havixbeck zunächst fort  .

In Havixbeck steuerten wir neben einer Apotheke natürlich  das Sandsteinmuseum an.

Baumberger Sandsteinmuseum

Nach meiner Ansicht lohnt sich ein Besuch in diesem aufwendig gestalteten Museum allemal. Der Eintritt besteht übrigens aus einer freiwilligen Spende.  Und weiter ging es durch die Baumberge bergauf bergab in Richtung Billerbeck. Am späten Nachmittag erreichten alle 10 Radler die mitten in der Satdt Billerbeck gelegene heutige Unterkunft Domschenke Groll .

Wie so oft erwieß sich Rudi auf dieser Tour als sehr kommunikativ. Hier ließ sich unter freiem Himmel hervorragend speisen und trinken und rauchen.

Am nächsten Morgen mußte Jürgen allerdings feststellen, daß sein Knöchel weiter angeschwollen war. Nach reiflicher Überlegung und schweren Herzens brach er daraufhin die Tour hier ab. Er ließ sich und das Ersatzfahrrad von Charles abholen.

So waren wir nur noch neun. Neun kleine ……

Von Billerbeck aus führte uns der Weg  bei herrlichem Sonnenschein über Rorup zum Halterner Stausee. Dort war natürlich ein großes Gewimmel bei Temperaturen um die 30 Grad.

Auf dem Weg nach Waltrop, unserem heutigen Zielpunkt, erreichten wir den kleinen Ort Hullern. An einem unscheinbaren Gehöft angelangt, stach uns sofort ein  einladendes Schild in’s Auge. Auf diesem Schild war zu lesen, daß es hier etwas zu trinken gibt und die Wirtschaft geöffnet habe. Na herrlich. Eine Erfrischung kam uns jetzt gerade recht. Wir saßen im Hof unter einer einem lichtdurchlässigen Abdach. Der gastronomische Bereich erwies sich bei näherer Betrachtung als Panoptikum der Kuriositäten. Der Wirt war genauso originell wie das Interieur.  So erzählte er aus seinem bewegten Leben und wie er an diesen Hof und an diese Dinge gekommen sei. Auf diese Weise ließ es sich bei den schon erwähnten hohen Temperaturen gut aushalten. Wir genossen das eine oder andere Bier bis Rudi die Maibowle für sich entdeckte. Er konnte uns sogar davon überzeugen, ein Glas mitzutrinken. Kurze Zeit später zeigte sich Rudi wieder von seiner ganz eigenen kommunikativ charmanten Art, der sich die Damen im reiferen Alter nicht entziehen können.  Allmählich wurde es Zeit, daß wir wieder auf die Räder stiegen. Spätestens wenn die ersten Radler nach Übernachtungsmöglichkeiten fragen, ist dieser Zeitpunkt mehr als erreicht. Und so brachen wir auf in Richtung Waltrop.

Unterwegs offenbarte Rudi erneut seine Schwäche für Süßigkeiten. Er hielt als letzter in der Gruppe  an einer Erdbeerbude und niemand wußte was los war. Vielleicht gab es wieder einen technischen Defekt.  Auf diese Weise zwang er die ganze Truppe zur Umkehr. Es sei denn, man wollte auf die süßen Früchte verzichten Bald darauf war unsere letzte Unterkunft auf dieser Tour erreicht, das Hotel am Park in Waltrop. Am nächsten Morgen erwartete uns ein wolkenverhangener Himmel. Es lag ein Gewitter in der Luft und es regnete zur Abwechslung. Aber dank moderner Informationstechnik konnte Hardy den genauen Zeitpunkt für den Aufbruch vorhersagen. Wir mußten bis 9.15 Uhr warten, dann war die erste Regenfront durchgezogen. Also brachen wir pünktlich auf. Ab und zu mußten wir einen Regenhalt einlegen…..wie hier unter einer Kanalbrücke am Datteln-Hamm Kanal oder in Marina Rünthe. Marina Rünthe

 Nachdem der Regen abgezogen war, fuhren wir am Kanal entlang bis Hamm. Dort stiegen wir in den Zug, der uns in die Heimat zurück brachte.

Die diesjährige Radtour war eine ereignisreiche und sonnige Veranstaltung. Wir danken unsrem Tourguide Hennes für die Streckenplanung, sowie für die Hotelbuchung im voraus. Wir danken besonders Thomas, der am Vatertag spontan für ein Ersatzfahrrad samt einer Kiste Bier gesorgt hat.

Leider hat Jürgen die Tour am dritten Tag abbrechen müssen. Wir wünschen ihm an dieser Stelle Gute Besserung.

Wir sehen uns …..

Euer Webmaster

 

 

Die Vorgeschichte zur Jubiläumsbuche

Liebe Sportfreunde !

Hier sollen noch einmal diejenigen Männer in’s Rampenlicht gerückt werden, ohne die der Baum nicht dort stehen würde wo er heute steht.

Es ist namentlich Charles, Klaus und Klaus, Meinolf, Rudi und Uwe zu verdanken, das die ganze Aktion „Blutbuche“ so reibungslos funktioniert hat. Hier noch einige fotografische Impressionen :

 

 

 

 

Nochmal Vielen Dank !

Wir sehen uns…

Euer Webmaster